Raufutter als Grundlage
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Ein Pferd braucht mindestens 1,5 kg Trockensubstanz pro 100 kg Körpergewicht am Tag, gerne bis zu 2 kg. Für ein Pferd mit 500 kg entspricht das Minimum z. B. 11-15 kg Heulage.
Zucker in der Trockensubstanz: unter 5-7 %. Rohprotein: ca. 10 %. Kennst du die Werte nicht, füttere das Vitamin- und Mineralfutter auf Ekstra-Niveau und lass eine Raufutteranalyse machen.
Was ist Raufutter?
Raufutter ist das, wovon das Pferd von Natur aus leben soll. Es hält seine Verdauung in Gang und sorgt für Ruhe im Körper, deshalb brauchen Pferde fast rund um die Uhr Raufutter.
Die vier Arten von Raufutter sind Heu, Heulage, Gras und Stroh. Oft füttert man eine oder zwei davon, z. B. Heulage und Stroh oder Heu und Gras. Am besten ist eine Kombination, damit das Pferd sowohl Nährstoffe als auch genug zum Kauen bekommt.
Was ist Trockensubstanz?
Raufutter besteht aus zwei Dingen: Wasser und Trockensubstanz (TS). Die Trockensubstanz ist der Teil, der übrig bleibt, wenn das Wasser abgezogen ist, und aus der Trockensubstanz bekommt das Pferd Energie, Protein, Fasern und Mineralstoffe.
Frisches Gras enthält viel Wasser und wiegt deshalb viel, ohne immer so viele Nährstoffe pro Kilo zu liefern. Heu und Stroh sind fast trocken, deshalb stecken in jedem Kilo mehr Nährstoffe. Kurz gesagt: Ein Kilo Raufutter ist nicht immer gleich viel wert, es kommt auf den Wassergehalt an. Deshalb werden auch alle Empfehlungen in Trockensubstanz und nicht in Kilo Futter berechnet.
| Raufutter | Typischer Trockensubstanzgehalt |
|---|---|
| Heu | 80-85 % |
| Heulage | 50-70 % |
| Frisches Gras | 20-40 % |
| Stroh | 80-85 % |
Wie viel Raufutter braucht ein Pferd?
Ein Pferd braucht mindestens 1,5 kg Trockensubstanz pro 100 kg Körpergewicht pro Tag. Das ist das absolute Minimum, das der Körper braucht. Gerne bis zu 2 kg pro 100 kg, um eine gesunde Darmfunktion zu erhalten, und viele Pferde vertragen mehr und profitieren davon.
| Raufutter | Menge pro 100 kg Pferd pro Tag | Ein Pferd mit 500 kg |
|---|---|---|
| Heu (80-85 % TS) | 1,8-1,9 kg | 9,0-9,5 kg |
| Heulage (50-70 % TS) | 2,1-3,0 kg | 11-15 kg |
| Gras (20-40 % TS) | 3,8-7,5 kg | 19-37,5 kg |
| Stroh (80-85 % TS), nur als Ergänzung | 1,8-1,9 kg | 9,0-9,5 kg |
Für ein Pferd mit 500 kg nimmst du die Werte pro 100 kg mal fünf. Heulage: 2,1-3,0 kg mal 5 = 11-15 kg pro Tag. Stroh liefert kaum Nährstoffe, aber viele Fasern und Kauzeit, und wird deshalb nur als Ergänzung eingesetzt, typischerweise bei leichtfuttrigen Pferden, die nicht zu viele Kalorien bekommen dürfen.
Du kennst das Gewicht deines Pferdes nicht?
Miss den Bauchumfang in der Gurtlage mit einem Maßband, während das Pferd gerade auf allen vier Beinen steht. Die Formel lautet: Gurtumfang in Metern hoch drei mal 80.
392 kg ist eine fundierte Schätzung des Gewichts. Teile Raufutter und Ergänzungsfutter immer nach dem aktuellen Gewicht des Pferdes zu, nicht nach seinem Idealgewicht.
Wenn die Menge zu gering ist
- Erhöhe die Menge schrittweise, bis das Pferd mindestens 1,5 kg Trockensubstanz pro 100 kg Körpergewicht bekommt.
- Sind Zucker oder Energie im Raufutter ein Problem, kannst du mit Stroh ergänzen und so Kauzeit und Volumen ohne zusätzlichen Zucker erhöhen.
- Sorge so weit wie möglich für freien Zugang. Pferde sind dafür gemacht, fast rund um die Uhr zu fressen.
Wenn die Menge zu hoch ist
- Prüfe, ob der Energie- und Zuckergehalt des Raufutters zum Bedarf des Pferdes passt.
- Wechsle gegebenenfalls zu einem energieärmeren Raufutter und ersetze einen Teil durch Stroh, um Kauzeit und Volumen zu erhalten.
- Erhöhe die Arbeit, wenn das Pferd gesund ist und es verträgt.
Zu wenig Raufutter kann Magen, Darm und Wohlbefinden beeinträchtigen und zu Schwankungen in Energie und Laune führen. Zu viel Raufutter ist selten an sich ein Problem, kann aber zu viel Energie liefern, wenn der Zucker- oder Energiegehalt hoch ist.
Qualität: Worauf solltest du achten?
- Es sollte frisch und grün riechen
- Kein Staub, Moder oder Schimmel
- Gute Struktur, weder zu grob noch zu weich
- Eine Mischung aus mehreren Grasarten sorgt für eine bessere Balance
Die Raufutteranalyse und warum sie wichtig ist
Was ist eine Raufutteranalyse?
Eine Raufutteranalyse ist eine Untersuchung deines Heus oder deiner Heulage. Die Probe wird an ein Labor geschickt, das misst, wie viel unter anderem an Zucker, Protein, Energie und Mineralstoffen enthalten ist. Das Ergebnis gibt dir genaue Zahlen dazu, was das Raufutter enthält, statt dass du nur raten kannst.
Die Analyse bekommst du auf zwei Wegen. Am einfachsten ist es, Heu oder Heulage von einem Lieferanten zu kaufen, der die Charge bereits analysiert hat. Alternativ schickst du selbst eine Probe an ein Labor, z. B. Optilab, Eurofins, Land & Fritid oder SEGES. Die Werte gelten nur für die Charge, die du gerade liegen hast, deshalb braucht es bei jeder neuen Lieferung eine neue Analyse.
Warum eine Raufutteranalyse machen?
Raufutter ist das wichtigste Futter des Pferdes, deshalb ist es wichtig, die Qualität zu kennen. Mit einer Analyse siehst du, ob genug Protein vorhanden ist, um den Bedarf des Pferdes zu decken, kannst prüfen, dass der Zuckergehalt nicht zu hoch ist, und weißt, ob du mit zusätzlichem Futter oder Ergänzungsfutter ergänzen musst. Eine Analyse macht es viel leichter, einen Futterplan zu erstellen, der genau zu deinem Pferd passt, und zu vermeiden, zu viel oder zu wenig zu geben.
Zucker und leichtfuttrige Pferde
Bei Pferden, die leicht zu dick werden, ist der Zuckergehalt besonders wichtig. Zucker sollte unter 5-7 % der Trockensubstanz liegen. Liegt er höher, bekommt das Pferd zu viel Energie, und das Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme steigt. Deshalb ist der Zuckergehalt oft das Erste, worauf man in einer Analyse schaut.
Bezogen auf das Pferd selbst empfehlen wir 0,5-1 g Zucker pro kg Körpergewicht pro Tag als praktisches Vorsichtsniveau. Über 2 g pro kg Körpergewicht pro Tag führen zu Krankheit.
Wenn der Zucker zu hoch ist
- Wechsle zu einem Raufutter mit niedrigerem Zuckergehalt, oder
- reduziere die Menge und ersetze einen Teil durch Stroh oder Grassamenstroh
- gib eine zusätzliche Proteinquelle in den Trog, damit das Pferd trotzdem genug Protein bekommt
- erhöhe die Arbeit, wenn das Pferd gesund ist und arbeiten kann
Es hilft nicht, blutzuckerregulierende oder kräuterbasierte Produkte zuzugeben, wenn der Zuckergehalt zu hoch ist. Sie stoppen die Zuckeraufnahme nicht und können den Körper höchstens etwas unterstützen. Entscheidend ist, die Zuckeraufnahme selbst zu senken, damit der Körper nicht kompensieren muss. Es ist das Raufutter, das angepasst werden muss.
Protein: die Bausteine des Körpers
Ein Pferd braucht ca. 150 g Rohprotein pro 100 kg Körpergewicht pro Tag. Soll das allein über Raufutter bei der Mindestmenge von 1,5 kg Trockensubstanz pro 100 kg gedeckt werden, muss das Raufutter ca. 10 % Rohprotein in der Trockensubstanz enthalten.
Ist zu wenig Protein vorhanden, kann sich das durch fehlende Muskulatur, stumpfes Fell und geringere Widerstandskraft zeigen. Deshalb ist der Proteingehalt genauso wichtig wie der Zuckergehalt: Er entscheidet, ob das Raufutter allein ausreicht oder ob du ergänzen musst.
Beispiel: Raufutter mit 6 % Protein
Bekommt dein Pferd nur Raufutter mit 6 % Protein, braucht es ca. 125-130 g Sojaschrot pro 100 kg Körpergewicht pro Tag, um seinen Bedarf zu decken.
Proteinbedarf anderer Pferdetypen
- Junge Pferde im Wachstum brauchen 2,5-3,5 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag.
- Zuchttiere, also tragende oder laktierende Stuten, haben einen deutlich höheren Bedarf, besonders im letzten Teil der Trächtigkeit und während der Laktation.
- Pferde in harter Arbeit haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf, weil der Körper entweder Gewebe aufbauen oder Milch produzieren muss.
NDF: Struktur, Kauzeit und Sättigung
NDF ist ein Maß für die Struktur im Raufutter, also die Fasern, die für Kauzeit und Sättigung sorgen. Niedriger NDF bedeutet weicheres Futter, das oft schnell gefressen wird. Hoher NDF bedeutet gröberes Futter mit längerer Kauzeit. Je höher der NDF, desto mehr Kauarbeit und Volumen für die Verdauung des Pferdes.
Ein NDF von 40-60 % der Trockensubstanz liegt im Normalbereich.
| NDF in der Trockensubstanz | Was das in der Praxis bedeutet |
|---|---|
| 40 % | Weich, wird schnell gefressen |
| 50 % | Ausgewogen, passende Kauzeit |
| 60 % | Grob, lange Kauzeit und gute Beschäftigung für den Magen |
Ein hoher NDF-Gehalt passt typischerweise gut zu ausgewachsenen, leichtfuttrigen Pferden mit gut funktionierendem Kauapparat. Er sorgt für lange Kauzeit, Sättigung und Ruhe in der Verdauung.
Für Fohlen und Jungpferde im Wachstum sowie für Pferde mit hohem Bedarf, z. B. Hengste, Sportpferde und Zuchtstuten, ist hoher NDF dagegen weniger geeignet. Hier füllt das Futter den Magen so stark, dass sie nicht genug fressen können, um ihren Energie- und Proteinbedarf zu decken, und die Pferde können deshalb müde wirken oder Mühe haben, ihre Kondition zu halten.
Spurenelemente: die kleinen, aber wichtigen Bausteine
Raufutter deckt selten den Bedarf des Pferdes an Vitaminen und Mineralstoffen. Deshalb solltest du immer mit einem Vitamin- und Mineralfutter ergänzen. Regulator Complete hat drei Ergänzungsfutter, Every Day Happy, Peak Performance und Supreme Minerals, jedes mit eigenem Dosierungsschema.
Damit du die Normal-Dosierung im Dosierungsschema nutzen kannst und gleichzeitig sicher bist, dass das Pferd mit Spurenelementen versorgt ist, sollte das Raufutter ungefähr diese Mindestwerte bezogen auf die Trockensubstanz enthalten.
| Mineralstoff | Minimum im Raufutter (bezogen auf die Trockensubstanz) |
|---|---|
| Kupfer | 4-5 mg/kg |
| Zink | 20-22 mg/kg |
| Mangan | 40-50 mg/kg |
| Eisen | 100-110 mg/kg |
| Calcium | ca. 4 g/kg |
| Phosphor | 2,0-3,0 g/kg |
Hinweis: Nur 10-15 % des Eisens aus dem Raufutter werden vom Pferd aufgenommen.
Wann solltest du höher dosieren?
Ist der Eisengehalt im Raufutter niedriger als der Durchschnitt, was in Dänemark oft der Fall ist, kann es sinnvoll sein, die Dosierung des Vitamin- und Mineralfutters etwas zu erhöhen. In der Praxis bedeutet das, dass du im Dosierungsschema von Normal auf Ekstra wechselst, damit der Bedarf des Pferdes richtig gedeckt wird.
Was, wenn ich keine Raufutteranalyse habe?
Die meisten Raufutteranalysen zeigen, dass der Gehalt an Spurenelementen zu niedrig ist. Deshalb solltest du immer die Ekstra-Dosierung im Dosierungsschema verwenden, wenn du keine Analyse der Charge hast, die dein Pferd frisst.
- Füttere das Vitamin- und Mineralfutter auf Ekstra-Niveau, das ist die sichere Wahl
- Ist das Pferd leichtfuttrig oder rund, geh davon aus, dass der Zucker zu hoch liegt: Misch Stroh unter und begrenze Gras im Frühjahr und Herbst
- Achte auf Proteinmangel: Flache Muskulatur und stumpfes Fell trotz Training deuten auf zu wenig Protein hin, dann ergänzt du z. B. mit Sojaschrot
Was mache ich, wenn die Werte nicht passen?
Sind Zucker und Protein im Raufutter nicht im Gleichgewicht, ist die Reihenfolge jedes Mal dieselbe. Wähle wenig Zucker, das ist der Schlüssel, um Übergewicht zu vermeiden. Ergänze danach mit Protein, z. B. Sojaschrot oder Luzerne, wenn das Raufutter zu wenig enthält.
Zu viel Zucker lässt sich schwer korrigieren, weil es im Raufutter selbst gelöst werden muss. Protein kannst du hinterher immer im Trog ergänzen. Passe deshalb zuerst die Raufuttermenge an und schau dann auf Zucker, Protein und NDF, um die richtige Balance zu finden.
Stroh als Ergänzung
Stroh liefert kaum Protein, Zucker, Vitamine oder Mineralstoffe. Dafür sorgt es für lange Kauzeit, die das Pferd braucht. Deshalb ist Stroh eine gute Ergänzung, besonders für leichtfuttrige Pferde, die Volumen ohne zu viele Kalorien brauchen.
- Das Stroh sollte frisch riechen
- Es muss frei von Staub, Moder und Schimmel sein
Checkliste: Raufutter pro 100 kg erwachsenes Pferd
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Mindestmenge Trockensubstanz pro Tag | 1,5 kg, gerne bis zu 2 kg |
| Heu | 1,8-1,9 kg |
| Heulage | 2,1-3,0 kg |
| Gras | 3,8-7,5 kg |
| Stroh, nur als Ergänzung | 1,8-1,9 kg |
| Zucker in der Trockensubstanz | Unter 5-7 % |
| Rohprotein in der Trockensubstanz | Ca. 10 %, sonst mit Sojaschrot oder Luzerne ergänzen |
| NDF in der Trockensubstanz | 40-60 % |
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