Muss man bei der Proteinzufuhr vorsichtig sein, wenn das Pferd älter wird?
Viele Pferdebesitzer hören seit Jahren, dass Eiweiß die Nieren belasten kann und dass ältere Pferde daher vorzugsweise weniger oder gar kein zusätzliches Eiweiß erhalten sollten.
Aber passt es wirklich?
Kürzlich erreichte uns eine Frage eines Pferdebesitzers, die den Kern eines der hartnäckigsten Mythen in der Pferdewelt trifft:
„Ich war immer der Ansicht, dass Eiweiß für ältere Pferde nicht gut ist, da die Nieren Schwierigkeiten haben können, es zu verarbeiten.“
Ist das richtig?
Die kurze Antwort lautet: nein .
Für viele Pferde ist hingegen das Gegenteil der Fall.
„Mein Pferd ist großartig – aber soll ich es wagen, ihm Eiweiß zu geben?“
Der Pferdebesitzer schrieb weiter:
„Ich habe einen Patienten, der aufgrund einer Beinverletzung seit sechs Monaten RC-Movement, Algenöl und Sojamehl erhält.“
Er bekommt jetzt Peak Performance, Sojagrieß und +Fiber Mash – und es geht ihm super 😃.
Ich habe auch gerade erst damit begonnen, meiner 15-jährigen Stute Every Day Happy und +Fiber Mash zu geben.
Aber ich war schon immer besorgt wegen des Proteingehalts bei älteren Pferden.“
Dies ist eine Sorge, der wir häufig begegnen – und sie ist verständlich.
Ältere Pferde haben einen höheren Proteinbedarf – nicht einen geringeren.
Mit zunehmendem Alter des Pferdes treten natürliche Veränderungen im Körper auf:
- Sie verwerten Proteine weniger gut
- Sie haben größere Schwierigkeiten, ihre Muskelmasse zu erhalten.
- Sie benötigen Proteine höherer Qualität.
Daher haben ältere Pferde typischerweise einen um 12–15 % höheren Proteinbedarf als jüngere erwachsene Pferde.
👉 Das bedeutet, dass Sie nicht „reduzieren“, sondern stattdessen Folgendes sicherstellen sollten:
- ausreichend Protein
- und qualitativ hochwertiges Protein (die richtigen Aminosäuren)
Und wie sieht es mit den Nieren aus – ist Eiweiß nicht gefährlich?
Hier liegt das Missverständnis.
👉 Bei gesunden Pferden ist Eiweiß nicht schädlich für die Nieren.
Diese Idee stammt hauptsächlich aus folgenden Quellen:
- sehr kranke Pferde
- Tierklinikaufnahmen
- Situationen mit schweren Infektionen, Vergiftungen oder dokumentierter Nierenerkrankung
In diesen Fällen müssen Sie möglicherweise die Proteinmenge anpassen – aber:
- nur wenn das Pferd bereits an einer Nierenerkrankung leidet
- und erst wenn Sie wissen, um welche Art es sich handelt (Proteinverlust oder verminderte Ausscheidung).
In der Praxis – in normalen Ställen – ist dies äußerst selten relevant .
👉 Für gesunde ältere Pferde ist Protein kein Risiko, sondern eine Voraussetzung .
Profitiert eine 15-jährige Stute von Protein?
Ja.
Eine 15-jährige Stute ist nicht „alt“, aber auch nicht mehr jung.
Die meisten Menschen in diesem Alter profitieren von einem hochwertigen Eiweißpräparat wie Sojamehl .
In dieser konkreten Situation lautete die Empfehlung:
👉 200–300 Gramm täglich
Oft genügt es:
- Unterstützung des Muskelerhalts
- versorgen den Körper mit den notwendigen Bausteinen
- ohne die Verdauung zu belasten
Das Schwierige daran: Viele Pferde erzählen es sehr leise.
Eines sollte man sich merken:
👉 Bei vielen Pferden zeigt man einen Proteinmangel nicht sofort deutlich.
Sie werden nur selten akut „schlecht“.
Stattdessen sieht man oft kleine, stille Zeichen:
- weniger Fülle im Rücken- und Gesäßbereich
- langsamerer Muskelaufbau
- geringerer Gewinn
- schlechtere Instandhaltung, obwohl „alles in Ordnung aussieht“.
Und weil es schleichend geschieht, wird es leicht übersehen.
Fazit – das Wichtigste, was man mitnehmen sollte
Bei Proteinen geht es nicht darum, etwas durchzudrücken.
Es geht darum , dem Körper die nötigen Bausteine zu geben – auch wenn das Pferd älter wird.
✔ Ältere Pferde haben einen höheren Proteinbedarf
✔ Protein ist für gesunde Pferde nicht schädlich
✔ Mängel treten oft unauffällig auf – nicht dramatisch.
👉 Oft ist es nicht so einfach zu erkennen.
Wir müssen diejenigen sein, die sich rechtzeitig anpassen .
Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, Folgendes zu beachten:
- Rohfasergehalt
- Alter und Wohlbefinden des Pferdes
- und individuell anpassen
Weil der Körper nur mit den ihm zur Verfügung stehenden Bausteinen funktionieren kann 💚🐴
Quellen und wissenschaftliche Grundlagen
Der Inhalt dieses Beitrags basiert auf international anerkannten Ernährungsempfehlungen und veterinärmedizinischer Literatur über Pferdeernährung und Alterung.
-
NRC (2007) – Nährstoffbedarf von Pferden , 6. überarbeitete Auflage
Beschreibt altersbedingte Veränderungen in der Proteinverwertung und den erhöhten Bedarf an hochwertigem Protein bei älteren Pferden. -
INRA (2015) – Pferdeernährung
Betont die Wichtigkeit der Proteinqualität und der essentiellen Aminosäuren gegenüber der reinen Gesamtproteinmenge. -
Merck Veterinary Manual – Pferdeernährung & Nierenerkrankungen
Dies bedeutet, dass Proteine die Nieren gesunder Pferde nicht belasten und dass eine Proteinbeschränkung nur bei diagnostizierten Nierenerkrankungen relevant ist. -
Schott & Geor – Innere Medizin für Pferde
Der Artikel befasst sich mit der Behandlung von Nierenerkrankungen bei Pferden und betont, dass die Fütterung im Krankheitsfall stets individuell angepasst werden muss. -
Praktische Erfahrung in der Ernährungsberatung
Beobachtungen aus der Arbeit mit älteren Pferden und Pferden in der Genesungsphase, bei denen eine angemessene Proteinversorgung oft entscheidend für das Wohlbefinden und den Muskelerhalt ist.


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