Zucker – ein ausgewogenes Verhältnis ist entscheidend für die Gesundheit des Pferdes
Zucker kommt natürlich in Gras, Heu und Heulage vor und ist eine wichtige Energiequelle. Zu viel davon belastet jedoch Hufe, Futterzustand und Stoffwechsel, besonders beim leichtfuttrigen Pferd, deshalb solltest du die Grenze kennen.
Bei einem leichtfuttrigen Pferd muss der Zucker unter 5‑7 % in der Trockensubstanz liegen. Ist dein Pferd regelmäßig im Training, schwitzt dabei und kommt außer Atem, verträgt es bis zu 10 %.
Am Pferd selbst gemessen: 0,5‑1 g Zucker pro kg Körpergewicht pro Tag. Mehr als 2 g pro kg pro Tag machen krank. Ein leichtfuttriges Pferd mit 400 kg liegt also am besten bei 200‑400 g Zucker täglich.
So viel Zucker pro Tag
Gewicht des Pferdes
Verträgt (0,5‑1 g pro kg)
Verursacht Krankheit über (2 g pro kg)
300 kg
150‑300 g
600 g
400 kg
200‑400 g
800 g
500 kg
250‑500 g
1.000 g
600 kg
300‑600 g
1.200 g
Der Zucker stammt vor allem aus Gras, Heulage und Heu.
Anzeichen für zu viel Zucker
Hufrehe oder Neigung zu empfindlichen Hufen
Übergewicht und Fettdepots, typischerweise am Hals oder am Schweifansatz
Stoffwechselprobleme wie EMS oder PPID
Unruhiger Darm und schlechte Verdauung
Hohes Insulin oder wenig Energie trotz reichlich Futter
Ist das Pferd leichtfuttrig oder rund, geh davon aus, dass der Zucker zu hoch ist
Mische Stroh unter das Raufutter, damit der Gesamtzucker sinkt
Begrenze die Weidezeit im Frühjahr und Herbst sowie nach kalten Nächten
Nutze eine Fressbremse oder kurze Weidezeiten, wenn das Pferd den ganzen Tag draußen ist
Achte auf Leckerlis, Äpfel und Karotten, kleine Mengen summieren sich schnell
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Berechne den Zucker in deinem eigenen Raufutter
Eine Raufutteranalyse zeigt den Zuckergehalt deines Heus oder deiner Heulage. Danach ist es reine Rechnerei: Menge mal Trockensubstanzgehalt mal Zuckergehalt.
Beispiel mit 7 kg Heulage bei 75 % Trockensubstanz, also 5,25 kg Trockensubstanz:
Bei 17 % Zucker ergibt das 892 g Zucker pro Tag, was viel zu viel ist. Bei 7 % Zucker sind es 368 g, und damit liegst du innerhalb der Grenze für ein leichtfuttriges Pferd mit 400 kg.
Die Analyse ist der einzige Weg zu wissen, wie viel Zucker dein Pferd wirklich bekommt. Frag beim Lieferanten deiner Charge danach oder schick selbst eine Probe ein. Neue Werte bei jeder neuen Charge.
Zucker und Arbeitspensum
Leichtfuttrige Pferde und Ponys: höchstens 5‑7 % Zucker in der Trockenmasse. Pferde in regelmäßiger Arbeit, bei der sie außer Atem kommen und schwitzen: bis zu 10 %.
Als praktische Vorsichtsgrenze empfehlen wir 0,5‑1 g Zucker pro kg Körpergewicht pro Tag; das ist keine feste klinische Grenze. Über 2 g pro kg pro Tag führen zu Krankheit. Je weniger dein Pferd arbeitet, desto strenger solltest du sein, denn Zucker, der nicht als Energie verbraucht wird, endet als Ungleichgewicht.
Gras, Leckerlis und die versteckten Quellen
Der Zuckergehalt im Gras schwankt über die Saison. Frühjahr und Herbst sind die kritischen Phasen, und besonders nach kalten Nächten steigt der Gehalt. Begrenze in diesen Zeiten die Weidezeit oder nutze eine Fressbremse, damit dein Pferd trotzdem mit der Herde draußen sein kann.
Leckerlis, Äpfel und Karotten zählen mit. Kleine Mengen sind in Ordnung, aber sie summieren sich schnell, wenn sie zu einem Raufutter hinzukommen, das ohnehin schon hoch liegt.
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