Eine Rohfaseranalyse mag kompliziert aussehen – muss sie aber nicht sein.
Wenn man die wichtigsten Kennzahlen kennt, lässt sich viel leichter beurteilen, ob das Pferd die richtige Ernährung erhält.
Zucker – wichtig, im Auge zu behalten
Der Zuckergehalt hat einen großen Einfluss darauf, wie gut das Raufutter für das Pferd verträglich ist.
-
Für die meisten Pferde ist es von Vorteil, Raufutter mit weniger als 10 % Zucker zu wählen.
-
Bei sparsamen Pferden ist es besonders wichtig, den Wert niedrig zu halten – vorzugsweise unter 5 % .
-
Bei hohem Zuckergehalt kann die Fütterung angepasst werden, indem ein zuckerärmeres Futtermittel, wie z. B. Sommergerstenstroh, zugegeben wird.
-
Wir raten vom Einweichen von Raufutter ab, da dies das Risiko des Wachstums unerwünschter Substanzen erhöhen kann.
Protein – Bausteine für Muskeln, Haut und Hufe
Alle Pferde brauchen Eiweiß – unabhängig davon, ob sie sparsam im Futter sind oder nicht.
-
Ein Rohproteingehalt von 8–10 % im Raufutter ist ein guter Wert.
-
Ist der Wert niedriger, sollten Sie zusätzliches Protein zu sich nehmen, z. B.:
-
Luzerne
-
Sojamehl
-
👉 Sparsame Pferde benötigen oft mehr Protein pro Futtereinheit, da ihr Raufutter in der Regel einen geringeren Energiegehalt hat und die Menge daher begrenzt sein kann.
Ballaststoffe – die Grundlage der Verdauung
Der Ballaststoffgehalt ist entscheidend für die Verdauung, die Kauzeit und das Wohlbefinden des Pferdes.
-
Siehe NDF (Neutral Detergenzfaser) → sollte zwischen 50 und 65 % liegen
-
Je höher der NDF-Gehalt, desto mehr Struktur und Kauzeit.
👉 Für sparsame Pferde ist ein hoher Fasergehalt von Vorteil, da er eine längere Kauzeit bei gleichzeitig geringer Kalorienzufuhr ermöglicht.
Energie – Vorsicht vor Überangebot
Der Energiegehalt von Raufutter wird häufig in Futtereinheiten (FU) angegeben.
-
Bei den meisten Pferden liegt der Raufutteranteil typischerweise zwischen 0,5 und 0,9 FE/kg.
-
Bei sparsamen Pferden sollte der Wert unter 0,5 FE/kg liegen.
-
Bei hohem Energiegehalt kann die Futtermenge reduziert und durch faserreiches Futter wie Stroh ergänzt werden.
Mineralien – immer notwendig
Ballaststoffe enthalten zwar Mineralstoffe, jedoch selten in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis. Daher sollten Sie immer ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat einnehmen.
Um die „normale“ Dosierung von beispielsweise Every Day Happy, Peak Performance oder Supreme Minerals anwenden zu können, sollte der Ballaststoffgehalt ungefähr folgende Werte aufweisen:
-
✔ Kupfer: 4–5 mg/kg
-
✔ Zink: 20–22 mg/kg
-
✔ Mangan: 40–50 mg/kg
-
✔ Eisen: 100–110 mg/kg
🔸 Wichtig zum Thema Eisen: Pferde nehmen nur etwa 10–15 % des Eisens im Raufutter auf.
Every Day Happy, Peak Performance und Supreme Minerals berücksichtigen dies – das Pferd erhält Eisen in einer Form, die es aufnehmen kann, und in einer Menge, die mit Kupfer, Zink und Mangan im Gleichgewicht steht.
👉 Wenn der Eisengehalt im Rohfutter niedrig ist (was in Dänemark häufig der Fall ist), kann es vorteilhaft sein, die "zusätzliche" Dosierung im Fütterungsplan zu verwenden, um ein Gleichgewicht zu gewährleisten.
Lysin
Wenn Sie die Vitamin- und Mineralstoffmischungen von Regulator Complete verwenden, ist Lysin bereits enthalten, sodass Sie es nicht separat einnehmen müssen.
Proteinbedarf – berechnen Sie die Gesamtzufuhr
-
Ein Pferd, das leichter Arbeit ausgesetzt ist, benötigt etwa 1,5 g Rohprotein pro kg Körpergewicht und Tag.
-
Ein 500 kg schweres Pferd benötigt daher täglich etwa 750 g Rohprotein.
-
Dänisches Raufutter enthält oft 7–8% Rohprotein.
-
Das Pferd muss mindestens 1,5–2 kg Trockenmasse pro 100 kg Körpergewicht zur Verfügung haben, um seinen Grundbedarf zu decken.
👉 Bedenken Sie, dass Pferde nur etwa 50–60 % des Rohproteins im Raufutter verwerten. Daher ist es oft notwendig, eine höherwertige Proteinquelle zu ergänzen.
Für sparsame Pferde gilt Folgendes: Wenn das Raufutter viel Energie oder Zucker enthält und man deshalb weniger davon gibt, sollte der Proteingehalt höher sein – z. B. 9–10 % .
✅ Fazit – So lesen Sie die Analyse
Bei der Beurteilung von Raufutter sollten Sie insbesondere Folgendes beachten:
-
Zuckergehalt
-
Proteinanteil
-
Faser (NDF)
-
Energie (FE)
-
Mineralhaushalt
👉 Für sparsame Pferde ist es besonders wichtig, zuckerarmes, energiearmes und ballaststoffreiches Futter zu wählen – wobei gleichzeitig auf die Deckung des Protein- und Mineralstoffbedarfs geachtet werden muss.
Wenn die Ballaststoffzufuhr nicht ausreicht, können Sie beispielsweise Luzerne, Sojaschrot oder andere Proteinquellen hinzufügen – und geben Sie immer ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat von Regulator Complete dazu.
Lesen Sie mehr: NDF & ADF – Wie „rau“ und wie „verdaulich“ ist Ihr Rohfutter wirklich?


Kommentare (0)
Es gibt noch keine Kommentare. Sei der Erste, der einen Beitrag schreibt!