Die Verwendung von Stroh als bedeutender oder überwiegender Bestandteil des Raufutters für Pferde gewinnt zunehmend an Bedeutung – sowohl aus praktischen als auch aus ernährungsphysiologischen Gründen.
Dies geschieht im Einklang mit Folgendem:
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höherer Zuckergehalt und niedrigerer Proteingehalt in Wrap und Heu
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verstärkter Fokus auf Gewichtskontrolle und Stoffwechselprobleme
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und der Klimawandel, der die Qualität der Grasproduktion beeinträchtigt
🔬 Nährwerteigenschaften von Stroh
| Eigentum | Wert / Note |
|---|---|
| Energiegehalt | Niedrig (etwa 0,25–0,35 FE pro kg TS) |
| Zucker | Sehr niedrig (<1%) |
| Stärke | Nahezu null |
| Rohprotein | Typischerweise 2–4 % |
| Ballaststoffgehalt | Sehr hoch – hauptsächlich Zellulose und Lignin |
| Fermentierbarkeit | Niedrige – begrenzte Produktion von VFA |
Stroh kann für Pferde relevant sein, bei denen die Energie- und Zuckeraufnahme reduziert werden soll, ohne die Kauzeit und die Fasermenge zu verringern.
📈 Nutzungsnachweis
Mehrere Studien (darunter Jansson et al., 2018; Muhonen et al., 2019) weisen darauf hin, dass:
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Bis zu 50 % der Trockenmasse des Raufutters können aus Stroh bestehen, ohne dass dies negative Auswirkungen auf die Magen-Darm-Gesundheit gesunder Pferde hat.
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Stroh verlängert die Kauzeit und fördert Sättigung und ruhiges Verhalten.
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Bei energiereichen oder zuckerhaltigen Rohfaserportionen kann Stroh die Gesamtration verdünnen.
🌍 Klimawandel und instabile Futterprofile
Klimawandel und entsprechende Regulierungen beeinflussen die Wachstumsbedingungen von Gras und damit den Nährstoffgehalt des geernteten Futters:
| Faktor | Auswirkung auf WSC | Auswirkung auf Rohprotein | Kommentar |
| Erhöhter CO₂-Gehalt | +15–30 % | –5–10% | Erhöhte C-Fixierung, niedrigerer CP-Wert |
| Hohe Sonneneinstrahlung | +20–40% | Neutral/leicht rückläufig | Besonders in klaren Nächten |
| Dürrestress | +10–25% | –5–15% | Besonders in Weidelgras und Wiesenlieschgras |
| Niedrige N-Düngung | Bis zu +15 % | –20–50% | Niedriger Stickstoffgehalt → höherer Zuckergehalt, niedrigerer Rohproteingehalt |
| Häufiges Mähen | Untere | Höher | Kürzere Zeit für die Zuckerakkumulation |
Der Trend ist:
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Mehr Zucker und weniger Protein in Wrap und Heu
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Höheres Risiko eines Ungleichgewichts bei einfacher Raufutterstrategie
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Zunehmende Relevanz für die strategische Nutzung von Stroh
⚖️ Wann gelten Empfehlungen zur Rohfaserzufuhr – und wann nicht?
Die klassischen Empfehlungen von 1,5–2,5 % Trockenmasse/kg Körpergewicht/Tag gelten nur, wenn das Raufutter folgende Zusammensetzung aufweist:
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TS-Gehalt 65–75 %
-
Rohprotein >7,5 %
-
WSC <10%
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FE ca. 0,6–0,75 pro kg
Bei Wraps mit niedrigem Protein- und hohem Zuckergehalt sieht man typischerweise Folgendes:
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Proteinmangel (verminderte Fähigkeit, die normale Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten)
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Übermäßiger Zuckerkonsum (Risiko von Übergewicht und Störungen der Blutzuckerregulation)
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Erhöhte Futteraufnahme → Gewichtszunahme und geringe Stoffwechseleffizienz
📊 Fütterung ohne Heu – Fokus auf Gewichtsverlust und Faserbalance
Berechnungsannahmen : 500 kg Pferd, Bedarf an 1,4–1,5 g/kg Rohprotein (700–750 g), Erhaltung von 5 FE. Zucker, Stärke und lösliche Ballaststoffe wurden berechnet. Füttern Sie stets 65 g/100 kg Pferd EDH/Peak Performance oder 20 g/100 kg Supreme Minerals, um bei kombinierter Fütterung eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu gewährleisten.
Für eine reine Strohration (Modell g) mit 1,2 kg Sojaschrot und 75–80 g/100 kg EDH oder PP oder 25 g/100 kg Supreme Minerals. Kann in Notsituationen verwendet werden – nicht für die tägliche Fütterung empfohlen (zu wenig lösliche Ballaststoffe, auch Grünfaser genannt).
| Modell | Zusammensetzung | Trockenmasse (kg) | Energie / FE | Rohprotein (g) | Zucker (g) | Stärke (g) | Lösliche Ballaststoffe | Vitamin-/Mineralstoffpräparate |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | Durchschnittliche Wrap-Portion, 70 % Trockenmasse, 6,7 % Zucker; 8,2 % Protein: 11 kg | 7,7 | 4.9 | 906 | 732 | 0 | ~230 g (Pektin) | EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| B | Wrap, 70 % Trockenmasse, 13,7 % Zucker; 3,7 % Protein: 11 kg | 7,7 | 5.2 | 407 | 1507 | 0 | ~230 g (Pektin) | EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| C | Nur Sommergerstenstroh, 10 kg | 9.0 | 0,7 | 113 | 0 | 0 | ~160–175 g | EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| D | Sommergerstenstroh 6 kg + Luzerne 4,5 kg oder Grünfutterpellets 4,5 kg (14 % Protein) | 9.0 | 2.6 (Luzerne) 2.9 (Grüne Pillen) |
702 (Luzern) 744 (Grüne Pillen) |
171 (Luzern) 328 (Grüne Pillen) |
0 | ~500–530 g (Luzerne) ~330–350 g (Grüne Pellets) |
EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| e | Energiearm, hohe Futtervielfalt: 6,5 kg Stroh, 1 kg Rübenpellets, 1,5 kg Grünfutterpellets, 1 kg +Fasermehl, 500 g Sojaschrot | 10,5 | 3.4 | 733 | 291 | 0 | ca. 420–540 g | EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| F | Hoher Energiegehalt, gute Vielfalt: 6,5 kg Stroh, 2 kg Energiefasermehl, 1 kg Grünfutterpellets, 300 g Sojaschrot | 9,8 | 5.2 | 719 | 263 | 362 | ~350–390 g (hoher β-Glucan-Gehalt) | EDH/PP 65 g/100 kg oder SM 20 g/100 kg |
| G | Nur 10 kg Sommergerstenstroh + 1,2 kg Sojaschrot | 10.3 | ~4,2 | ~730 | 0 | 0 | ca. 380–400 g |
EDH/PP 80 g/100 kg |
🧠 Akademische Kernpunkte
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Modell c eignet sich für sparsame und stoffwechselempfindliche Pferde, die keinen Energiebedarf haben - benötigt aber gezieltes zusätzliches Protein und fermentierbare Ballaststoffe.
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Die Modelle d–f zeigen, wie man ausgewogene, zuckerarme Fütterungspläne mit hohem Proteingehalt erstellt – sogar ohne Einwickeln oder Heu.
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Modell g (Stroh + 1,2 kg Sojaschrot) ist die einfachste Lösung, da es den Proteinbedarf allein mit Sojaschrot deckt. Es bietet jedoch keine Variation im Ballaststoffangebot und keine zusätzlichen fermentierbaren Ballaststoffe, wodurch es die Darmflora einseitig belasten kann. Daher empfiehlt sich dieses Modell primär als kurzfristige oder Notfalllösung – oder in Kombination mit z. B. Rübenpellets, +Fiber Mash oder Grünfutterpellets für eine größere Ballaststoffvielfalt.
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Für sparsame Pferde wird die Verwendung von pektin- und arabinoxylanreichen Ballaststoffen (z. B. Zitrusfrüchte, Rübenschnitzel, +Faserbrei, Kleie) gegenüber hohen Dosen von hefebasiertem β-Glucan empfohlen.
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Bei der Wahl von Every Day Happy oder Supreme Minerals kann RC O3 Algenöl (2,5–5 ml/100 kg) die Omega-3-Zufuhr ergänzen und zu normalen Stoffwechsel- und Darmfunktionen beitragen.
📌 Fazit
Stroh ist nicht nur ein Notfutter, sondern ein strategisches Futtermittel für die moderne Futterplanung – insbesondere durch:
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Hoher Zuckergehalt im Wrap
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Niedriger Proteingehalt im Rohfutter
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Ziele zur Gewichtsabnahme oder Stoffwechselherausforderungen
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Achten Sie auf Kauzeit, Sättigung und Darmbalance.
Bei sachgemäßer Verwendung kann Stroh als Hauptbestandteil in ausgewogenen Rationen eingesetzt werden, vorausgesetzt, dass Protein, fermentierbare Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe gezielt ergänzt werden.
Wenn Sie sehen möchten, wie dieses Wissen in einen konkreten Fütterungsplan für sparsame und stoffwechselbeeinträchtigte Pferde umgesetzt wird, lesen Sie hier die Kurzfassung:
➡️ Stroh als Pferdefutter – ist das überhaupt eine gute Idee?


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