Omega 3 oder Omega 6 – was braucht das Pferd wirklich?
Kann man Rapsöl anstelle von Algenöl verwenden? Und worin besteht der Unterschied? Diese Frage tauchte kürzlich in unserer Facebook-Gruppe auf – und hier erhalten Sie einen umfassenden Überblick darüber, was die verschiedenen Öle bewirken können und wie Sie die Haut, das Immunsystem und das Wohlbefinden Ihres Pferdes optimal unterstützen können.
Kurze Antwort: Nein – die beiden Öle können nicht dasselbe bewirken.
Leidet Ihr Pferd an Ekzemen, Juckreiz, empfindlicher Haut oder Anzeichen eines Ungleichgewichts , sollten Sie Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl verabreichen. Diese Fettsäure unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte und trägt zur Wiederherstellung des Gleichgewichts bei.
Rapsöl kann eine gute Ergänzung sein – insbesondere für die Hautbarriere und den Feuchtigkeitshaushalt – aber es kann Algenöl nicht ersetzen, wenn es darum geht, die Reaktionen und das Gewebe des Pferdes aktiv zu unterstützen.
Worin besteht der Unterschied zwischen Omega-3 und Omega-6?
Die meisten Öle bestehen aus verschiedenen Fettsäuren, wobei insbesondere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Pferdes spielen:
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Fettsäure |
Funktion |
Typische Quellen |
Besonders wirksam bei |
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Omega-3 (ALA, DHA, EPA) |
Unterdrückt Reaktionen, unterstützt die Immunabwehr und den Gewebeaufbau. |
Algenöl (DHA, EPA), Leinsamen, Hanf, Raps (ALA) |
Haut, Stoffwechsel, Immunfunktion |
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Omega-6 (LA, AA) |
Unterstützt die Hautbarriere und die Zellfunktion |
Getreide, Sojaöl, Rapsöl, Hanföl |
Haut, Hormonhaushalt, Wachstum |
Das Gleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist entscheidend.
Ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren und ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren können Reaktionen im Körper verstärken.
Rapsöl – was kann es bewirken?
Rapsöl enthält hauptsächlich Omega-9- und Omega-6-Fettsäuren sowie etwa 9–10 % Omega-3-Fettsäuren in Form von ALA. Der Körper kann ALA selbst in die aktiven Formen DHA und EPA umwandeln, bei Pferden geschieht dies jedoch nur in begrenztem Umfang – insbesondere wenn dem Futter Vitamine und Mineralstoffe fehlen, die diesen Prozess unterstützen.
Rapsöl eignet sich daher hervorragend als Energiequelle und zur Pflege von Haut und Fell , kann aber nicht die gleiche Wirkung wie Algenöl erzielen, wenn es darum geht, die körpereigene Reaktion auf Reizungen und Ungleichgewichte zu unterstützen.
Was kann Algenöl bewirken?
Algenöl enthält direkt die aktiven Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA , die der Pferdekörper sofort und ohne Umwandlung aufnehmen kann.
DHA und EPA:
- Unterstützt die Haut von innen
- Unterstützt die Regulierung des Immunsystems
- Trägt zur normalen Funktion von Zellen und Geweben bei.
Viele bemerken bereits nach 1–2 Wochen erste Erfolge – das Pferd wirkt ruhiger, der Juckreiz lässt nach und die Hautstruktur verbessert sich.
Wann ist eine Kombination sinnvoll?
Es ist oft sinnvoll, Rapsöl vorübergehend einzusetzen, wenn der Körper neue Energie benötigt , beispielsweise bei Untergewicht des Pferdes oder trockener, gereizter Haut. Sobald die Basis geschaffen ist, kann Algenöl gezielter eingesetzt werden , insbesondere wenn es um die Förderung von Balance und Regeneration geht.
Eva Lydeking erklärt:
„Man kann einen größeren Ölengpass mit Raps- oder Hanföl überbrücken und Algenöl hinzufügen, um eine schnelle Wirkung zu erzielen.“
Und wie sieht es mit trächtigen oder säugenden Stuten aus?
Ja, Algenöl kann sowohl trächtigen als auch säugenden Stuten verabreicht werden. Es liefert essentielle Fettsäuren für Stute und Fohlen. Viele Pferdebesitzer kombinieren Algenöl mit Every Day Happy, RC Movement und Sojaschrot, um sicherzustellen, dass der Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält, um das Öl optimal zu verwerten.
Fazit: Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um die richtige Anwendung der Öle.
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Brauchen |
Empfehlung |
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Juckreiz, Ekzeme, empfindliche Haut |
Algenöl (DHA/EPA) |
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Trockene Haut, wenig Energie, Ernährung |
Rapsöl (Omega 6 und 9) |
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Nachbearbeitung |
Kombination beider in kleinen Mengen |
Tipp: Fangen Sie langsam an.
Bei größeren Mengen Raps- oder Hanföl (2–5 dl täglich) sollte man mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese über 2–3 Tage steigern, damit sich das Pferd daran gewöhnen kann. Algenöl wird im Allgemeinen von Anfang an gut vertragen.
Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe bei der Erstellung eines Fütterungsplans für Ihr Pferd?
📞 Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns oder fragen Sie in der Facebook-Gruppe nach – wir helfen Ihnen gerne weiter.


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