NDF & ADF – Hvor “grov” og hvor “fordøjelig” er dit grovfoder egentlig?

NDF & ADF – Wie „grob“ und wie „verdaulich“ ist Ihr Rohfutter wirklich?

15. Oktober 2025Ingeborg Rahbek Pedersen

Bei der Analyse von Futterpflanzen tauchen oft zwei Zahlen auf, die viele übersehen: NDF und ADF .
Sie geben keine Auskunft über den Zuckergehalt – liefern aber wichtige Informationen über die Struktur, die Kauzeit und die Verdaulichkeit der Ballaststoffe .
Gerade für sparsame Pferde ist es wertvoll, den Unterschied zu verstehen.


Was bedeutet NDF?

👉 NDF (Neutral Detergenzfaser) ist ein Maß dafür, wie „grob“ oder „weich“ das Futter ist.

  • Niedriger NDF-Gehalt → weich und leicht zu kauen. Das Pferd frisst schnell, und das Futter ist oft energiereicher, da es in der Regel auch mehr Zucker und leicht verdauliche Substanzen enthält.
  • Hoher NDF-Gehalt → grobkörnig und strukturreich. Das Pferd kaut länger, und der Energiegehalt hängt hauptsächlich von der Zucker- und Faserqualität ab – nicht nur von der Menge selbst.

Zusamenfassend:
Niedriger NDF-Wert = weich und energiereich
Hoher NDF-Gehalt = Rohfaser – Energie hängt von Zucker und Verdaulichkeit ab

Futterart

Typischer NDF (%)

Was bedeutet das in der Praxis?

Stroh

70–80 %

Strukturreiches Futter – geringer Energie- und Proteingehalt. Gute Beschäftigung für anspruchslose Pferde.

Spät geerntetes Heu/Wickel

60–70 %

Mehr Struktur und längere Kauzeit, oft geringerer Energiebedarf. Gut geeignet für sparsame Pferde, wenn auch der Blutzuckerspiegel niedrig ist.

Normal geerntetes Heu/Wickel

50–60 %

Oft ein guter Ausgleich für viele Pferde.

Früh geerntetes Heu/Wickel

40–50 %

Sehr weich und energiereich – gut für Pferde mit hohem Energiebedarf, selten geeignet für sparsame Pferde.

👉 50–65 % NDF sind in der Regel für die meisten Pferde gut.


Wenn der NDF-Wert zu niedrig ist (unter etwa 45–50 %)

  • Das Pferd kaut schnell fertig → längere Futterpausen.
  • Erhöhtes Risiko von Magensäureproblemen und Langeweile
  • Häufig höherer Zucker- und Energiegehalt → kann bei sparsamen Pferden zu Übergewicht führen
  • Die Darmflora hat weniger „langsame Nahrung“ zur Verfügung.

Lösung: Ergänzen Sie das Futter mit strukturreichem Futter wie Stroh und achten Sie dabei sorgfältig auf die Gesamtmenge.


Wenn der NDF-Wert zu hoch ist (über ca. 70 %)

  • Das Pferd kaut viel, bekommt aber weniger Kalorien und oft zu wenig Protein, wenn der Fütterungsplan nicht angepasst wird.
  • Risiko von Gewichtsverlust ohne Zufütterung
  • Ältere Pferde und Pferde mit Zahnproblemen können Schwierigkeiten bei der Verwertung von sehr rohem Futter haben.

Ein hoher NDF-Gehalt ist nicht gefährlich – im Gegenteil, er ist für sparsame Pferde sogar von Vorteil – erfordert aber einen Fütterungsplan mit zusätzlichem Protein und Mineralien.


ADF – Faserverdaulichkeit

👉 Der ADF-Wert (Säure-Detergenz-Faser) gibt Aufschluss darüber, wie viele der Ballaststoffe schwer verdaulich sind.
ADF besteht hauptsächlich aus Cellulose und Lignin – je höher deren Anteil, desto geringer die Verdaulichkeit und der Energieertrag.

  • Niedriger ADF-Gehalt → hohe Verdaulichkeit, mehr Energie pro kg Trockenmasse
  • Hoher ADF-Gehalt → geringere Verdaulichkeit, weniger Energie

Futterart

Typischer ADF (%)

Was bedeutet das in der Praxis?

Stroh

45–55 %

Sehr geringe Verdaulichkeit – niedriger Energiegehalt

Spät geerntetes Heu/Wickel

40–50 %

Relativ geringe Verdaulichkeit – oft ist eine Ergänzung erforderlich

Normal geerntetes Heu/Wickel

35–45 %

Gutes Gleichgewicht zwischen Struktur und Energie

Früh geerntetes Heu/Wickel

30–40 %

Hohe Verdaulichkeit – sehr hoher Energiegehalt

Als Faustregel gilt:

  • ADF < 40 % → hoher Energiegehalt
  • ADF 40–45 % → mittel
  • ADF > 45–50 % → niedriger Energiegehalt, geringe Verdaulichkeit

Zwei Futtermittelanalysen können den gleichen NDF-Wert, aber einen sehr unterschiedlichen ADF-Wert aufweisen – d.h. gleiche Struktur, aber unterschiedliche Energieverwertung.


NDF und ADF äußern sich nicht zu Zucker

Bei NDF und ADF geht es um die Ballaststoffmenge und -verdaulichkeit – nicht um den Zuckergehalt.
Das bedeutet, dass ein Futtermittel einen niedrigen NDF- und ADF-Gehalt haben kann, aber dennoch einen niedrigen Zuckergehalt aufweist – oder umgekehrt.

Deshalb sollten Sie den Zuckergehalt immer separat betrachten, insbesondere bei der Fütterung von mageren Pferden oder Pferden mit Stoffwechselerkrankungen.


Der Energiegehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab

Der Energiegehalt (EC) von Raufutter wird von vielen Faktoren beeinflusst, die miteinander interagieren:

  1. Zucker und leicht verdauliche Kohlenhydrate – je mehr, desto höher der Energiegehalt.
  2. Faserverdaulichkeit (ADF) – niedrige ADF-Werte liefern mehr Energie
  3. Fasermenge und -struktur (NDF) – beeinflusst Kauzeit und Sättigung
  4. Pektin und fermentierbare Ballaststoffe können einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten.
  5. Der Proteingehalt spielt eine geringere Rolle für die Energiegewinnung als Ballaststoffe/Zucker, ist aber wichtig für den Gewebeaufbau.
  6. Erntezeitpunkt und Pflanzenreife – junge Pflanzen haben einen niedrigeren ADF-Wert und einen höheren Energiegehalt als spät geerntete Pflanzen

Daher können zwei Analysen mit gleichem NDF-Gehalt unterschiedliche Energiewerte ergeben, abhängig vom ADF-Gehalt, dem Zuckergehalt und dem Erntezeitpunkt.
Und zwei Analysen mit dem gleichen Zuckergehalt können unterschiedliche Energiewerte ergeben, wenn der ADF- und der Proteingehalt variieren.


Zusamenfassend

  • NDF gibt Aufschluss darüber, wie viel Kauaufwand und Struktur das Futter bietet.
  • Der ADF-Wert gibt an, wie leicht oder schwer die Ballaststoffe verdaulich sind.
  • Zucker muss immer gesondert bewertet werden.
  • Der Energiegehalt hängt von der Kombination aus Zucker, NDF, ADF, Protein und dem Erntezeitpunkt ab.

Verwenden Sie daher alle drei Werte – Zucker, NDF und ADF – zusammen, um sich ein umfassendes Bild von der Qualität und Eignung des Raufutters für Ihr Pferd zu machen.


Quellen

  1. Jansson, A. (2018). Futteraufnahme und Fressverhalten bei Pferden. CLOSE.
  2. Lindberg, J. E. (2012). Ballaststoffe in der Pferdeernährung – Auswirkungen auf die Verdauung und die Darmgesundheit. Animal Feed Science and Technology , 179(1–4), 123–132.
  3. Muhonen, S. et al. (2009). Auswirkungen der Fütterung verschiedener Futterpflanzen auf Futteraufnahme, Kauverhalten und Verdaulichkeit bei Pferden. Livestock Science , 122(2–3), 214–221.
  4. Harris, PA (1999). Ernährungsmanagement von Pferden und Ponys mit Neigung zu Hufrehe. Equine Veterinary Education , 11(4), 177–188.
  5. Longland, AC et al. (2011). Nichtstrukturelle Kohlenhydrate in Weidefutter und Hufrehe bei Pferden. Journal of Nutrition , 141(3), 778–783.
  6. Ringmark, S. et al. (2015). Fütterung von Stroh als Teil der Raufutterration an Standardbred-Pferde im Training. Animal , 9(11), 1959–1968.

NDF = Struktur und Kauzeit
ADF = Verdaulichkeit und Energieausbeute
Zucker = glykämische Last und Energiebeitrag

Zusammen ergeben sie ein vollständiges Bild der Eigenschaften des Rohfutters.

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