Protein ist einer der wichtigsten Bausteine im Körper eines Pferdes. Muskeln, Hufe, Haut und Organe benötigen Protein – nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch in hoher Qualität. Bei der Auswahl einer geeigneten Proteinquelle für Ihr Pferd kann es schwierig sein, den Überblick über die vielen Möglichkeiten zu behalten.
Für den Schnellleser folgt hier eine Übersicht in Tabellenform – und weiter unten können Sie ausführlicher über jede Proteinquelle lesen.
Überblick über Proteinquellen
| Futtermittelzusatzstoff | Rohprotein | Zucker | Stärke | Vorteile | Nachteile / Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Sojamehl | 45–47 % | 3–7 % | 3–5 % | Sehr hohe und gut dokumentierte Absorption (ca. 90 %). Günstig pro Gramm absorbiertem Protein. | Kann gentechnisch verändert sein (falls nicht gentechnikfrei). Importierte Rohstoffe. |
| Luzerne | 14% | 4–7 % | 0 % | Gute Kombination aus Ballaststoffen und Proteinen. Sorgt für ausreichend Kauzeit. | Unterschiedlicher Zuckergehalt. |
| Grüne Pillen | 13% | 7–8 % | 0 % | Gepresstes Gras/Klee. Ergänzt den Ballaststoff- und Proteingehalt. | Relativ hoher Zuckergehalt – nicht ideal für sparsame Pferde. |
| RC + Fiber Mash | 12% | 5% | 4% | Gut verträglich für empfindliche Mägen. Liefert Ballaststoffe, Flüssigkeit und moderate Mengen an Eiweiß. | Keine konzentrierte Proteinquelle. |
| Rote-Bete-Pillen | 7% | 7–9 % | 0 % | Energie und Ballaststoffe ohne Stärke. | Sehr proteinarm – an sich keine Proteinquelle. |
| Esparsette | 17% | 5% | 3% | Reich an Eiweiß, ballaststoffreich, stärkearm. Enthält Tannine mit möglicher antiparasitärer Wirkung. | Tannine binden Mineralstoffe → können zu Mangelerscheinungen führen. Nicht als primäre Proteinquelle empfohlen. |
| Erbsen (ganz) | 22 % | 3% | 40 % | Relativ hoher Proteingehalt. | Sehr stärkehaltig → nicht geeignet für futterarme/stoffwechselempfindliche Pferde. |
| Pferdebohnen | 27 % | 3% | 37 % | Reich an Eiweiß. | Gleiche Herausforderung wie bei Erbsen: hoher Stärkegehalt. |
| Erbsenproteinisolat | etwa 80% | <2% | <2% | Extrem proteinreich. Konzentriert und einfach zu dosieren. | Hochverarbeitet. Ballaststoffarm. Teuer. Für Pferde nicht umfassend dokumentiert. |
| Bierhefe | 40–50 % | Niedrig | Niedrig | Enthält Protein und B-Vitamine. Kann die Darmflora unterstützen. | Hoher Energiegehalt – Pferde können an Gewicht zunehmen. Keine vollständige Proteinquelle. |
| Horselux Grünes Protein | 53 % | 1% | 0 % | Hoher Rohproteingehalt, niedriger Zucker-/Stärkegehalt. | Die Bioverfügbarkeit wird nur auf 55–60 % geschätzt. Sehr teuer: 25–27 kr pro 100 g absorbiertes Protein im Vergleich zu 2 kr für Sojamehl. |
Lesen Sie mehr über die einzelnen Proteinquellen.
Sojaschrot – die konzentrierte Proteinquelle
Sojamehl ist die proteinreichste Quelle auf der Liste und wird oft dann eingesetzt, wenn das Pferd einen hohen Bedarf an leicht verdaulichem Protein hat – zum Beispiel junge Pferde im Wachstum, Zuchtstuten oder Sportpferde bei starker Belastung.
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Rohprotein: 45–47 %
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Dokumentierte Resorbierbarkeit: ca. 90 % (Farley et al., 1995)
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Niedriger Zucker- und Stärkegehalt → für viele Pferde geeignet.
Luzerne – reich an Ballaststoffen und eine natürliche Proteinquelle
Luzerne (Alfalfa) ist ein Raufutter, das sowohl Struktur zum Kauen als auch Protein liefert. Sie ist für die meisten Pferde eine gute Wahl, der Zuckergehalt kann jedoch variieren.
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Rohprotein: 14 %
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Zucker: 4–7 %
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Stärke: 0 %
Grüne Pellets – gepresstes Gras
Sie werden typischerweise aus getrocknetem Gras oder Klee hergestellt und liefern sowohl Ballaststoffe als auch Eiweiß, weisen aber einen relativ hohen Zuckergehalt auf.
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Rohprotein: 13 %
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Zucker: 7–8 %
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Stärke: 0 %
RC's +Fiber Mash – Kombination aus Ballaststoffen und Protein
Ein ballaststoffreicher Brei, der sowohl die Verdauung unterstützt als auch eine moderate Proteinmenge liefert.
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Rohprotein: 12 %
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Zucker: 5 %
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Stärke: 4 %
Rote-Bete-Pellets – energiereich und ballaststoffreich, aber proteinarm
Rote-Bete-Pellets liefern leicht verdauliche Ballaststoffe und Energie ohne Stärke.
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Rohprotein: 7 %
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Zucker: 7–9 %
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Stärke: 0 %
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Keine Proteinquelle im eigentlichen Sinne.
Esparsette – natürliches Protein und Tannine
Esparsette ähnelt Luzerne, hat aber einen etwas höheren Proteingehalt. Sie enthält jedoch Tannine, die die Aufnahme von Mineralstoffen (Eisen, Zink, Kupfer, Kalzium) hemmen können.
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Rohprotein: 17 %
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Zucker: 5 %
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Stärke: 3 %
👉 Trotz der möglichen antiparasitären Wirkung empfehlen wir nicht , Esparsette als primäre Proteinquelle zu verwenden.
Erbsen und Saubohnen – proteinreich, aber stärkereich
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Erbsen: 22 % Rohprotein, 40 % Stärke
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Saubohnen: 27 % Rohprotein, 37 % Stärke
Kann in kleineren Mengen für Pferde mit hohem Energiebedarf verwendet werden, ist aber nicht geeignet für sparsame oder stoffwechselempfindliche Pferde.
Erbsenproteinisolat – die konzentrierte Alternative
Erbsenproteinisolat ist ein verarbeitetes Produkt mit bis zu 80 % Rohprotein.
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Vorteil: hochkonzentriert → kleine Mengen decken den Bedarf.
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Nachteile: Ballaststoffarm, teuer und für Pferde nicht umfassend dokumentiert.
Bierhefe – Protein und Unterstützung der Darmgesundheit
Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) enthält 40–50 % Protein und B-Vitamine. Sie unterstützt die Darmflora, die für den Abbau von Ballaststoffen zuständig ist, und verbessert so die Energieverwertung des Raufutters. Dies ist besonders relevant bei minderwertigem Raufutter oder wenn das Pferd viel Stärke erhält. Viele Pferde können an Gewicht zunehmen, wenn Bierhefe in größeren Mengen verfüttert wird. Daher ist sie in erster Linie ein Ergänzungsfuttermittel und keine vollständige Proteinquelle.
Horselux Green Protein – sehr teuer pro Gramm absorbiertem Protein
Ein konzentriertes Proteinprodukt auf Basis von Grasprotein.
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Rohprotein: 53 %
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Absorption: angenommen 55–60 % (keine Dokumentation)
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Zucker: 1 %, Stärke: 0 %
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Preis: 25–27 kr pro 100 g absorbiertes Protein im Vergleich zu ca. 2 kr für Sojamehl.
👉 Berechnung: Damit das Pferd täglich 150 g Protein aufnehmen kann, benötigt es Folgendes:
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Sojaschrot: 370 g/Tag → ca. 3,13 kr/Tag
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Horselux Grünprotein: 472–515 g/Tag → ca. 37,7–41,1 DKK/Tag
Abschluss
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Sojaschrot ist die effektivste und am besten dokumentierte Proteinquelle in Bezug auf den Preis.
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Luzerne und grüne Erbsen sind gute Allround-Quellen, besonders wenn man auch Ballaststoffe zu sich nehmen möchte.
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RC +Fiber Mash ist eine gute Ergänzung zur Verdauung und Flüssigkeitsaufnahme, aber keine starke Proteinquelle.
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Erbsen und Saubohnen enthalten viel Stärke → benötigen besondere Sorgfalt.
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Esparsette kann zwar Vorteile haben, aber die enthaltenen Tannine bergen das Risiko eines Mineralstoffmangels → wird daher nicht als Hauptquelle empfohlen.
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Erbsenproteinisolat und Bierhefe sind konzentrierte Ergänzungsmittel, aber teuer und für die meisten Pferde nicht als tägliche Proteinquellen geeignet.
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Horselux Green Protein ist deutlich teurer und seine Bioverfügbarkeit ist nicht gut dokumentiert.
👉 Am wichtigsten ist es, immer mit der Rohfutteranalyse zu beginnen. Sie ist die Grundlage, um die Proteinquelle zu bestimmen, die den Bedarf Ihres Pferdes am besten deckt.
Weiterlesen: Esparsette für Pferde – Nutzen oder Nachteil?


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